Immer mehr Distributionen verlassen Ubuntu als Basis-System!

08. Juli 2026

Der Trend, daß Entwicklerteams ihre Linux-Distributionen nicht mehr auf Ubuntu aufbauen, liegt vor allem an strategischen Entscheidungen von Canonical, einer zunehmenden Fragmentierung von Paketformaten und dem Wunsch nach technologischer Unabhängigkeit.

Während Ubuntu jahrelang die unangefochtene Standardbasis für Einsteiger-Systeme war, wandern namhafte Projekte (wie zuletzt - wir haben berichtet - TUXEDO OS) vermehrt direkt zu Debian ab oder entwickeln komplett eigenständige Infrastrukturen.

Warum verlassen Distributionen die Ubuntu-Basis? Einer der Hauptgründe ist der Snap-Zwang von Canonical: die aggressive Integration des hauseigenen Paketmanagers Snap durch Canonical. Ubuntu zwingt Kern-Anwendungen (wie den Firefox-Browser oder den App-Store) in das Snap-Format. Die Community kritisiert daran mangelnde Performance, lange Startzeiten und das geschlossene Backend des Snap-Stores. Viele Entwickler bevorzugen das quelloffene und schnellere Konkurrenzformat Flatpak.

Weiters der Wunsch nach nativer Debian-Stabilität: da Ubuntu selbst auf Debian basiert, fragen sich immer mehr Entwickler, warum sie ein "Zwischenglied" nutzen sollten. Ein direkter Aufbau auf Debian Stable oder Debian Testing verringert die Abhängigkeit von Canonicals Firmenpolitik, vereinfacht die Software-Lieferkette und bietet ein extrem verläßliches, unmodifiziertes Fundament.

Unvorhersehbare Richtungswechsel von Ubuntu. Canonical hat in der Vergangenheit wiederholt kontroverse Alleingänge gewagt (z.B. die verlassene Unity-Oberfläche oder das Sammeln von Telemetriedaten). Distributionen wollen verhindern, daß plötzliche Änderungen an Ubuntu ihre eigenen Systeme unbrauchbar machen.

Und last but not least: veraltete Pakete in LTS-Versionen. Ubuntu-LTS-Versionen bieten zwar fünf Jahre Support, frieren Softwarestände aber stark ein. Moderne Desktop-Systeme benötigen für Gaming und neue Hardware jedoch oft aktuelle Kernel und Treiber. Entwickler weichen daher vermehrt auf Rolling Releases (wie Arch Linux) aus.

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