Leobersdorfs Bürgermeister Andreas Ramharter kündigt Rücktritt an

12. September 2026

Sehr gut besucht war die heutige Eröffnung des Bildungscampus Leobersdorf, der erste Bauteil, der neue Kindergarten wurde offiziell seiner Bestimmung übergeben. An der Spitze der Polit-Pominenz Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, viele Bürgermeisterkollegen aus dem Bezirk Baden und rund 800 Leobersdorfer.

Diese Bühne nutzte Ramharter, um öffentlichkeitswirksam seinen Rücktritt anzukündigen, der in den nächsten Wochen erfolgen soll. Am Samstag Abend gab die Liste Zukunft auf ihrer Facebook-Seite bekannt, daß Ramharter "nach 32 Jahren im Gemeinderat und 14 Jahren als Bürgermeister" vor hat, "sein Amt in den kommenden Wochen zurückzulegen". Ramharter selbst war telefonisch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Ganz überraschend kommt dieser Schritt nicht. Bereits seit Längerem wurde in Leobersdorf über einen möglichen Rückzug des Bürgermeisters spekuliert, in der Vorwoche haben die Niederösterreichischen Nachrichten bei der Liste Zukunft nachgefragt, diese hatte einen zeitnahen Rücktritt ausgeschlossen.

Zuletzt hatte sich die politische Situation in der Marktgemeinde zunehmend zugespitzt. Verantwortlich dafür waren die jüngsten Umwidmungspläne der Liste Zukunft, von denen auch die Partner des Arbeitsübereinkommens, die ÖVP und auch die FPÖ mit Vizebürgermeister Christian Pajer nicht überzeugt waren.

ÖVP-Chef Peter Bosezky kündigte das Arbeitsübereinkommen auf, Vizebürgermeister Christian Pajer wollte über die politische Zukunft nicht spekulieren. Nach der Rücktrittsankündigung ist für ihn als Vizebürgermeister aber der weitere Weg vorgezeichnet: "Der Rücktritt muß schriftlich am Gemeindeamt eingebracht werden, ob das schon erfolgt ist, weiß ich nicht. Dann mu&szig; innerhalb der nächsten 14 Tage ein neuer Bürgermeister gewählt werden, das sieht die NÖ Gemeindeordnung so vor. Die Wahl wird vom Vizebürgermeister geleitet."

Zuerst müsse ein neuer Gemeinderat gewählt werden, "denn der fehlt ja dann", dann müssen die Wahlvorschläge geprüft werden. Die Liste Zukunft hat auf Facebook schon verkündet, daß geschäftsführender Gemeinderat Hermann Weiszbart von ihrer Seite als neuer Bürgermeister vorgeschlagen wird.

Pajer betont, daß ihm eine konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat das oberste Anliegen ist. Informationen müssten für alle Gemeinderäte zugänglich sein, selbst für ihn als Vizebürgermeister sei das nicht immer der Fall gewesen. Auch mit den Umwidmungen für die GWT am Ortsende Richtung Günselsdorf und in der Wiesengasse ist Pajer nicht einverstanden.

Er betont, zu überlegen, "selbst als Bürgermeisterkandidat anzutreten". Die Aufgabe Bürgermeister zu sein wäre eine Herausforderung, "die ich sehr gerne annehmen würde".

Ramharter kann auf eine lange kommunalpolitische Laufbahn zurückblicken. Bevor er 2012 das Bürgermeisteramt übernahm, war er bereits acht Jahre lang Vizebürgermeister unter seinem Vorgänger und Gründer der Liste Zukunft Leobersdorf Anton Bosch. Damit prägte er die Leobersdorfer Gemeindepolitik seit mehr als zwei Jahrzehnten an vorderster Stelle mit.

Eine neue politische Ausgangslage entstand mit der Gemeinderatswahl 2025. Ramharters Liste "Zukunft Leobersdorf" verlor ihre bisherige absolute Mehrheit und erreichte Elf der insgesamt 29 Mandate. Seither waren für politische Mehrheiten entsprechende Vereinbarungen mit anderen Fraktionen notwendig. Die SPÖ und die Liste "Leobersdorf Jetzt", die ebenfalls 11 Mandate bei ihrer ersten Kandidatur errang, waren für Ramharter keine Ansprechpartner.

Die ÖVP errang lediglich ein Mandat, die SPÖ drei Mandate und die FPÖ ebenfalls drei Mandate.