FAQ: alle Antworten zur Glasfaserverkabelung

15. Jänner 2026

Im Zuge des - wegen den Witterungsbedingungen gerade eingefrorenen - Glasfaserausbaues haben wir uns entschlossen, die bis jetzt an uns herangetragenen wichtigsten Punkte in einem Dokument zusammenzufassen und die - unserer Ansicht bzw. Meinung nach - richtigen Antworten zu geben! Sind Ihre Fragen damit nicht beantwortet, zögern Sie nicht uns eine E-Mail mit Ihrer ganz speziellen Frage zukommen zu lassen (E-Mail siehe -> Impressum). Wir werden versuchen, Ihnen die Antwort darauf zu geben!

Technisch wie rechtlich ist das kein Problem, Sie können die Bohrung für das Mikrorohr auch oberirdisch machen lassen und es dann in einen anderen Raum führen oder den Übergabepunkt direkt an der Eintrittsstelle montieren lassen. Eine Vorschrift, daß der Anschluß im Keller enden muß, gibt es nicht (außer Ihr Provider schreibt Ihnen dies in seinen AGBs oder Vorschriften explizit so vor!) und beim Einblasen der Glasfaser können auch einige Höhenmeter überwunden werden.

Besprechen Sie die Details am besten mit dem Bautrupp. Dieser muß etwa für größere Strecken im Innenbereich zwecks Brandschutz ein besonderes Mikrorohr verwenden, das nicht zwangsläufig immer mitgeführt wird. Weiters sollten Sie einplanen, daß Sie den Leitungsweg im Innenbereich mit Kabelkanal und Bohrungen selbst vorbereiten müssen.

Sofern es sich um ein Ein- oder Zweifamilienhaus handelt, ist es sinnvoller, den Abschlußpunkt direkt am Eintrittspunkt zu setzen und von dort aus mit dünnerem Glasfaserkabel zu verlängern. Die Dose ist bei ein bis zwei Wohneinheiten kaum größer als eine alte Telefondose.

Der aktuell stattfindende Ausbau nutzt Standardware aus dem IT- beziehungsweise Provider-Bedarf, sodaß Sie passende Kabel bei Fachhändlern und Onlineshops finden. Ermitteln Sie zunächst, welchen Buchsen- und Fasertyp Ihr Anbieter am Abschlußpunkt setzen wird. Dazu recherchieren Sie wahlweise im Netz, rufen bei seiner Hotline an oder bitten schriftlich nach der technischen Anschlußbeschreibung.

Derzeit ist meistens der Lucent Connector (LC) mit einer um acht Grad angeschliffenen Kontaktfläche (APC, Angled Physical Contact), also LC/APC, der De-Facto-Standard bei neuen Anschlüssen. Er ist etwa halb so breit wie der bei Kupfer-Ethernet übliche RJ45-Stecker und hat ebenso eine Rastnase, die ihn in der Buchse hält. Die APC-Variante ist grün, während die für UPC (Ultra Physical Contact, plane Kontaktfläche) blau ist; beide dürfen nicht miteinander kombiniert werden.

Als Faser wird meist eine Singlemodefaser nach ITU G.652.D, ITU G.657.A1 oder ITU G.657.A2 ein, in der IT-Welt auch einfach nur OS2 genannt. Die Spezifikationen sind interoperabel, sodaß eine G.657.A2-Verlängerung auch in eine Buchse gesteckt werden darf, die von einem G.652.D-Kabel gespeist wird.

Typischerweise benötigen Sie lediglich eine Faser, da Verfahren wie GPON (Gigabit Passive Optical Network) und AON (Active Optical Network) die Richtungstrennung mithilfe unterschiedlicher Lichtfarben erreichen; andere Systeme laufen über zwei und manchmal mehr Fasern.

Haben Sie den richtigen Steckertyp identifiziert, suchen Sie mit der Bezeichnung und einer passenden Länge im Netz nach Angeboten, etwa "LC/APC 5 Meter". Oft kennzeichnen die Händler ihre Angebote zusätzlich mit OS2 und FTTH (Fiber to the Home), sodaß kompatible Kabel leicht zu erkennen sind.

Nein. Glasfasern sind zwar knickempfindlicher als Kupferkabel, sind aber hinreichend zugfest, um sie wie jedes andere Kabel in Kabelkanäle und -schächte zu legen beziehungsweise einzuziehen. Sie müssen jedoch ein für die Installationsart passendes Kabel wählen.

Typische gelbe Patchkabel aus dem IT-Bedarf haben meist extrem dünne Kabelmäntel mit 0,8 bis 2 Millimeter Durchmesser. Diese Leitungen sind für Verbindungen zwischen Komponenten innerhalb eines Verteilerschranks gedacht - etwa zwischen Switches und Servern oder Patchfeldern – und nicht für das Verlegen außerhalb (z.B. in Leerverrohrungen oder Kabelkanälen), da ihre mechanische Belastbarkeit gering ist. Sie können solche Kabel trotzdem auf kurzen Strecken in kleinen Kabelkanälen verwenden, solange das Kabel vorsichtig eingelegt und nicht eingezogen wird. Grundsätzlich raten wir vor der Verwendung dieses Kabeltypes ab!

Für das Einziehen in Kabelrohre oder Schächte sollten Sie armierte, also gepanzerte Patchkabel kaufen. Unser Tipp: sofern Sie keine Kabelzugspule mit Kabelziehstrumpf haben und stattdessen mit Seil und Klebeband arbeiten: stülpen Sie eine kleine Plastiktragetasche (z.B. vom Obst-/Gemüsebereich) über den Glasfaserstecker und schließen Sie diese mit etwas Klebeband ab. Das verhindert einerseits, daß die Schutzkappe abfällt und schützt den Stecker andererseits vor Kleberesten. Setzen Sie mit dem Zugseil etwa 10 bis 15 Zentimeter unterhalb des Steckers an, sodaß der Zug nicht nur auf dem Stecker lastet. Schmierung reduziert die Reibung im Kanal und erleichtert so das Einziehen. Kabelgleitmittel gibt es im Fachhandel oder online; Silikonöle oder geruchslose Hautpflegeöle tun es aber auch.

Ist das Verlegen besonders aufwendig, sollten Sie die Stecker an den Enden mit zusätzlichen Gehäusen alias FTTH-Dosen schützen. Diese gibt es etwa von Logilink oder Digitus für wenig Geld. Das Kabel wird schlicht in die Dose eingeführt, zugentlastet und der Stecker in eine Kupplung gesteckt, an die man außen ein weiteres Patchkabel anschließt.

Es spricht nichts dagegen, konfektionierte Kabel alias Breakout-Kabel zu nutzen, wenn Ihnen ein Schornstein oder ein anderer durchgehender Kabelschacht mit genug Platz zur Verfügung steht. Dafür müssen Sie lediglich die Zugbelastbarkeit mit dem Gewicht des Kabels pro Meter und der ungefähren freihängenden Länge verrechnen, um sicherzustellen, daß es nicht durch sein Eigengewicht beschädigt wird und im Sommer durch die Wärmeentwicklung nicht zu stark gedehnt wird. Würde der Ausbau hingegen über Kabelkanäle im Treppenhaus laufen, wären konfektionierte Kabel weniger geeignet, da die Löcher auf den Etagen entsprechend groß ausfallen müssten, damit das Breakout-Kit – die Stelle, an der die Patchkabelstücke an das Verlegekabel angespleißt sind – hindurchpasst.

Achten Sie beim Kauf von Glasfaser-Patchpaneln und Kabeln darauf, daß das Breakout-Kit ein Gewinde hat, das zu den Öffnungen der Patchpanel passt. Alternativ können Sie auch Kabelverschraubungen einsetzen. Details dazu finden Sie in den Datenblättern.

Indem Sie im Keller einen Medienkonverter alias Glasfasermodem installieren. Das Gerät übersetzt zwischen den Medien Glasfaser und Kupfer, sodaß Ihr Router wie üblich funktioniert, aber eben via Kupfer mit Internet versorgt wird. Viele Router unterstützen das, Speedports etwa über den Link-Port und Fritzboxen über den WAN-Port oder den umkonfigurierten LAN-Port 1. Solch ein Modem bekommen Sie heute von vielen Anbietern auf Wunsch dazu (lt. Information bei Magenta nur für Business-Kunden), häufig sogar kostenlos. Die Geräte haben routerseitig eine übliche RJ45-Buchse, besondere Kabel sind also nicht nötig.

Twisted-Pair-Kabel der Kategorie 5e (CAT-5e) genügen problemlos für Gigabit-Ethernet, sofern die Kabellänge 100m nicht überschreitet. Unsere Versuche haben gezeigt, daß bei Kabellängen bis circa 50 Meter selbst NBase-T-Ethernet mit bis zu 10 Gbit/s darüber zuverlässig arbeitet. Das wird insbesondere dann zutreffen, wenn Sie damals bei der Renovierung hochwertiges, geschirmtes Verlegekabel gekauft und samt Dosen sowie Patchpanel installiert haben. Sofern die Leitung bei höheren Geschwindigkeiten zickt, hilft häufig der Austausch der Dosen. Mit 1, 2.5, 5 oder 10 Gbit/s werden Sie sicher die nächsten zehn Jahre überbrücken können.

Ja, das könnte funktionieren und es existieren mehrere Optionen: die günstigste ist, RJ45-Netzwerkdosen an die achtadrigen Leitungen (!) anzuschließen und zu prüfen, ob ein Link mit Gigabit-Ethernet möglich ist. Schließlich ist ein Kabel der Kategorie 5e (CAT-5e) auch achtadrig, jedoch sind die einzelnen Leitungen besser isoliert! Also eine Garantie gibt es nicht, aber einen Versuch ist es wert, denn Netzwerkdosen sind wesentlich günstiger als aktive Adapter und über hochwertige Telefonleitungen kann man auf haushaltsüblichen Längen (unserer Erfahrung nach maximal 20 Meter) Gigabit-Ethernet nutzen. Vieradrige Leitungen würden theoretisch für immerhin Fast-Ethernet (100 Mbit/s) genügen - aber da bräuchte man doch auch keine schnelle Glasfaserleitung!

Klappt das nicht, können Sie auch aktive Adapter einsetzen, die entweder mit einem Telefon-Aderpaar oder einer Koaxialleitung laufen. Diese gibt es etwa von Devolo (Giga Bridge Phoneline) oder anderen Herstellern.