Linus Torvalds kündigt härteres Vorgehen an

26. Mai 2026

Erst vergangene Woche hatte Linus Torvalds bemängelt, daß die private Mailingliste für die Kernel-Sicherheit derzeit kaum zu handhaben sei, da immer wieder per KI gefundene Sicherheitslücken mehrfach gemeldet werden und so die Liste überschwemmen.

Am Pfingstwochenende hat Torvalds Linux 7.1-rc5 veröffentlicht und in der Release Note angekündigt, daß er künftig strenger gegen "sinnlose Pull Requests" vorgehen werde, von denen viele durch KI-Code-Reviews ausgelöst werden. Hintergrund ist, daß rc5 um einiges größer sei, als dieser Release-Kandidat üblicherweise in der Vergangenheit war. Torvalds meint, daß diese "Pull Requests" zwar Fehler beheben, diese aber meist so trivial sind, daß sie in einem so späten Release-Kandidaten nichts zu suchen haben.

Er würde diese Einreichungen lieber im zweiwöchigen Merge Window zu Beginn eines Entwicklungszyklus oder im Linux-Next-Zweig sehen, wo sie dann im nächsten Kernel aufgegriffen werden können. Die jetzige Praxis erhöht die Komplexität zu einem Zeitpunkt, wo sich die Entwicklung einer neuen Kernel-Version dem Ende zuneigt. Deshalb werde er "sinnlose Pull Requests mit Korrekturen, die einfach nicht so wichtig sind, ablehnen". Diese Phase der Entwicklung sei für das Auffinden von Regressionen gedacht, nicht für solch triviale Korrekturen.

Diese Einreichungspraxis ist ein Kernel-Dauerthema, das Torvalds bereits lange vor dem KI-Boom ärgerte, wie ein
Tread aus dem Jahr 2005 belegt. Erst im August 2025 hatte er Patches für RISC-V für Kernel 6.17 abgelehnt, weil sie zu spät kamen und zudem "Schrott" waren.

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