Manjaro will sich neu erfinden
15. März 2026
Seit einigen Tagen steht im Forum von Manjaro ein Manifest, das einen tiefgreifenden Neustart von Manjaro als Community‑Projekt fordert. Damit einher geht die Loslösung von der bisherigen Firmenstruktur, inklusive neuem Vereinsmodell, klaren Entscheidungsprozessen und der Option auf Streik oder Fork, falls es keine Einigung mit Manjaro GmbH & Co. KG gibt. Im Vorfeld des Manifests wurde nach Aussage eines Beteiligten auf Reddit bereits zweimal ohne Erfolg versucht, einen Dialog zur Erneuerung der Diskussion einzuleiten.
Seit Jahren stagnierend
Die Autoren sehen Manjaro seit rund einem Jahrzehnt in der Stagnation, was zu Vertrauensverlust, Wegfall fast aller Beitragenden sowie zu einer schlechten Reputation durch wiederholte, ungelöste Probleme führte. Kritikpunkte sind die derzeitige Zentralisierung auf eine Person, fehlende Zugriffsrechte für das Team auf die Infrastruktur, der Fokus der Leitung auf Business statt auf das Projekt, keine transparente Mittelverwendung sowie der Wegfall der einzigen vollzeitbezahlten Entwicklerstelle.
Ziel der Verfasser des Manifests ist es, Manjaro wieder als respektiertes Community‑Projekt mit aktiven Beitragenden und Mehrwert für die FOSS‑Szene aufzustellen. Dazu soll sich Manjaro von der Manjaro GmbH & Co. KG lösen und als gemeinnütziger eingetragener Verein weitergeführt werden. Mittels flacher Strukturen sollen alle interessierten Beitragenden gleichberechtigt sein.
Der Verein soll alles übernehmen, was primär dem Projekt dient, unter anderem die GitHub- und GitLab-Instanzen, relevante Repos, manjaro.org, Forum, CDN, Cloud‑Accounts sowie die Community‑Finanzen bei OpenCollective. Die GmbH soll dem e.V. eine umfassende Markenlizenz bis Ende 2029 erteilen, behält aber eigene Nutzungsrechte, solange keine Verwechslungsgefahr oder Namenskonflikte auftreten. Die Firma soll zukünftig faktisch als Downstream des Community‑Projekts agieren; primärer Fokus des e.V. bleibt die Community und die Distribution.
Kommt es zu keiner Einigung mit der GmbH, wird über einen Fork und/oder das vollständige Verlassen des aktuellen Projekts nachgedacht. In einer Anmerkung wird erklärt, daß aufgrund des Ausbleibens einer Antwort von Projektgründer und CEO Philip Müller (philm) bereits Stage 1 aktiv ist:
- Interne Veröffentlichung, schrittweise Ausweitung bis zur öffentlichen Ankündigung und ggf. Umstellung des Forums auf Read‑only.
- Alle Admins, Moderatoren und Community‑Assistenten gelten als im Streik, was bedeutet, daß keine Freischaltung neuer User und keine Moderation stattfindet.
Für uns stellt sich dabei die Frage nach der Relevanz von Manajaro in einer Zeit, in der Arch-Derivate wie EndeavourOS und CachyOS die Szene dominieren.