Kalifornisches Gesetz zwingt Betriebssysteme zu Altersabfragen
05. März 2026
Ab 2027 müssen Betriebssysteme in Kalifornien das Geburtsdatum neuer Nutzer abfragen. Das sieht der Digital Age Assurance Act vor, der strengere Regeln zum Schutz Minderjähriger einführt. Entwickler sollen Altersdaten erfassen und Apps entsprechende Hinweise liefern. Die Vorgaben betreffen alle Systeme und auch viele App Plattformen.
In der Ubuntu Gemeinschaft wurde eine mögliche technische Lösung diskutiert. Der Entwickler Aaron Rainbolt schlug via Ubuntu Mailing List eine optionale D-Bus Schnittstelle vor, die Programme zur Altersprüfung nutzen könnten. Canonical betont jedoch, daß dies nur ein Gedankenaustausch sei. Das Unternehmen prüft die Lage rechtlich und plant derzeit keine konkreten Änderungen. Auch Fedora und Linux Mint sprechen über mögliche Wege.
Einige Projekte reagieren deutlich strenger. MidnightBSD will seine Desktop Nutzung in Kalifornien komplett ausschließen. Andere Distributionen suchen nach Wegen, die Anforderungen zu erfüllen, ohne Nutzer unnötig zu überwachen. Die Debatte zeigt, wie stark die neuen Regeln in offene Systeme eingreifen.
Die Gesetzgebung betrifft nicht nur die USA. In Europa gelten bereits ähnliche Vorgaben durch den Digital Services Act. Dieser verlangt seit 2024 mehr Schutz für Minderjährige und schreibt ab 2025 robuste Altersprüfungen fü:r bestimmte Dienste vor. Damit wird klar, daß solche Maßnahmen weltweit an Bedeutung gewinnen.
Viele Stimmen aus der Open Source Szene warnen vor Risiken. Kritiker fürchten, daß sensible Daten mißbraucht werden könnten. Sie sehen die Gefahr, daß anonyme Nutzung im Netz weiter eingeschränkt wird. Auch sei eine perspektivische Kontrolle nicht undenkbar. Die Diskussion dürfte daher noch lange weitergehen.