EU-Irrsinn endet: Marmelade darf jetzt wieder Marmelade heißen

09. Juni 2026

Es war eine der kurioseren EU-Vorschriften: Seit dem österreichischen EU-Beitritt 1995 musste das, was jeder als Marmelade kennt, offiziell "Konfitüre" heißen - außer es handelte sich um Zitrusfrüchte. Schuld daran war Großbritannien, das 1979 die Bezeichnung für seine Orangenmarmelade durchgesetzt hatte. Österreich protestierte - und musste die absurde Regelung trotzdem umsetzen.

Ab 14. Juni gilt nun die neue "EU-Frühstücksrichtlinie": Marmelade darf wieder Marmelade heißen, egal ob Erdbeere, Marille oder Himbeere. Daß es dafür Jahrzehnte und eine eigene EU-Richtlinie gebraucht hat, sagt einiges über den Brüsseler Bü:rokratieapparat.

Neben der Namensregelung wird auch der Mindestfruchtgehalt angehoben - von 350 auf 450 Gramm pro Kilogramm, bei "extra"-Produkten sogar auf 500 Gramm. Ziel ist es, den Zuckergehalt zu senken und eine gesündere Zusammensetzung zu fördern.

Eine kleine Ausnahmeregelung hatte es zwar schon 2004 gegeben - damals durften kleinere Hersteller ihre Produkte auf lokalen Märkten wieder Marmelade nennen. Für den Großhandel und Supermärkte galt das aber nicht.

Auch bei Honig ändert sich etwas. Künftig müssen bei Mischprodukten alle Ursprungsländer sowie ihre Prozentanteile auf dem Etikett ausgewiesen werden - bisher reichte die Angabe, ob der Honig aus der EU stammt oder nicht.