ÖGK-Sparprogramm: Patienten müssen tiefer in die Tasche greifen

06. März 2026

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) hat ein umfassendes Sparprogramm beschlossen, das sowohl Patienten als auch die Verwaltung betrifft. Ziel ist es, das prognostizierte Defizit von 900 Millionen Euro bis 2026 auf eine "schwarze Null" zu reduzieren. Doch die Maßnahmen stoßen auf Kritik.

Ab Mai 2026 werden Krankentransporte nur noch bei ärztlich bestätigter Gehunfähigkeit übernommen. Patienten mit Immundefizienz oder isolationspflichtigen Infektionen sind davon ausgenommen. Wie die ÖGK auf ihrer Website erklärt, sollen diese Ma&szhlig;nahmen verhindern, daß Transporte aus Bequemlichkeit in Anspruch genommen werden. Für Rettungsfahrten wird klünftig eine Rezeptgebühr von 7,55 Euro fällig, für Taxifahrten sogar das Doppelte.

Auch bei medizinischen Untersuchungen wird gespart: MRT- und CT-Scans werden wieder genehmigungspflichtig. Laut ÖGK-Chef Peter McDonald soll dies überversorgungen reduzieren und Wartezeiten verkürzen. Ein elektronisches Bewilligungssystem soll die Abwicklung erleichtern.

Patienten müssen sich auf höhere Kosten einstellen. Der Selbstbehalt für Zahnersatz wie Kronen und Prothesen steigt ab Mai von 25 auf 30 Prozent. Sozial Schwächere zahlen 20 Prozent. Bereits seit März wurden die Kriterien für Kieferregulierungen verschärft, zwei Diagnosen wurden aus dem Leistungskatalog gestrichen.

Zusätzlich entfällt der Familienzuschlag beim Krankengeld ab dem 43. Tag. Für Langzeitkranke wird eine verpflichtende Begutachtung zwischen der 63. und 67. Woche eingeführt.

Die Grünen kritisieren, daß die Versicherten unzureichend informiert wurden. Gesundheitssprecher Ralph Schallmeiner wirft der ÖGK vor, den Patienten "ins Börserl zu greifen". Er fordert, den Gesundheitsreformfonds der Regierung zu nutzen, um Einschnitte zu vermeiden.

Auch die FPÖ äußert Bedenken. Gesundheitssprecher Gerhard Kaniak betont, daß vor allem ältere Menschen von den Kürzungen betroffen seien, während Migranten keine Einschränkungen hinnehmen müssten. Dies sei "weder gerecht noch fair".

Neben den Einschnitten für Patienten plant die ÖGK, jede zweite Pensionierung nicht nachzubesetzen und Leasing-Arbeitskräfte zu reduzieren. Zudem sollen zehn Prozent der Büroflächen abgegeben werden. Laut McDonald sind diese Maßnahmen notwendig, um langfristig Rücklagen aufzubauen.

Das Sparprogramm der ÖGK zeigt, wie stark die Gesundheitskasse unter finanziellem Druck steht. Während die Verwaltung Einsparungen plant, trifft es vor allem die Patienten, die mit höheren Kosten und strengeren Regeln konfrontiert werden.