Kickl erwartet Neuwahl 2028 und führt Gespräche mit "Schatten-ÖVP"

28. Februar 2026

FPÖ-Chef Herbert Kickl rechnet mit vorgezogenen Nationalratswahlen 2028. Nach den Landtagswahlen 2027 und 2028 werde der Bundesregierung "die Flucht vor Neuwahlen" nicht mehr gelingen, sagte er in der Krone (Samstagausgabe) in einem seiner seltenen Interviews mit traditionellen Medien. Nach der Wahl will Kickl weiter Kanzler werden und glaubt an Unterstützung aus anderen Parteien. Es gebe Gespräche mit der "Schatten-ÖVP" um Ex-Kanzler Sebastian Kurz, aber auch mit der SPÖ.

In der Volkspartei seien viele "überhaupt nicht damit zufrieden", daß unter Bundeskanzler Christian Stocker nach den Grünen wieder "die Linken in die Regierung" geholt worden seien. "Diesmal sozusagen nicht die Ökomarxisten, sondern die Originalmarxisten." Er sei im Austausch mit jener Gruppe um Kurz, die in regelmäßigen Abständen in Interviews und Medien auftrete. Es gebe außerdem auch eine Gesprächsbasis zu SPÖ-Vertretern, "die auch schon verzweifelt sind", so Kickl ohne Namen zu nennen. "Aber ich bin guter Dinge, daß ich bei den nächsten Regierungsverhandlungen in dieser Sache nicht bei null beginnen muß, was vertrauensbildende Maßnahmen betrifft."

In Sachen Wehrpflicht wäre er zwar für eine Verlängerung, betonte Kickl. Allerdings müsse zuerst klar sein, wie die angekündigte Professionalisierung konkret aussehen soll. Außerdem könne nur ein freiheitlicher Regierungschef garantieren, daß in Österreich als neutralem Land Soldaten "unter keinen Umständen in Konflikte hineingezogen werden, die uns nichts angehen".