Steuersenkung nur für Vegetarier? Bablers Lebensmittelliste sorgt für Aufruhr!

19. Jänner 2026

Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich die große Maßnahme gegen die Teuerung als sehr selektive Entlastung. In der ORF-Pressestunde hat Vizekanzler Andreas Babler erstmals bekannt gegeben, welche Lebensmittel ab Juli nur noch fünf Prozent Mehrwertsteuer kosten sollen. Das Ergebnis der Liste: Gemüse, Getreide und Milchprodukte werden billiger– von Fleisch und Fisch fehlt jedoch jede Spur. Kritiker sprechen von einer Steuersenkung mit klarer Schlagseite.

Milch, Eier, Kartoffeln, Gemüse, Brot, Nudeln und Salz: die von Babler präsentierte Liste liest sich wie ein klassischer vegetarischer Einkaufszettel. Zwar ist auch Obst enthalten, jedoch nur heimisches: Äpfel ja, Bananen nein. Fleisch- und Fischprodukte fehlen hingegen vollständig.

Der Vizekanzler begründet diese Auswahl mit Budgetdisziplin und dem Ziel, die heimische Produktion zu stärken. Ab Juli soll die Mehrwertsteuer für diese Produkte auf fünf Prozent sinken. Die Maßnahme richte sich an jene, "die vor dem Einkauf zuerst ins Onlinebanking schauen müssen".

Von der Steuersenkung erfasst sind laut Regierung folgende Lebensmittel:

  • Milch, Milcherzeugnisse und Eier: Milch (inkl. laktosefreie tierische Milch), Butter, Eier
  • Gemüse (frisch, gekühlt und gefroren): Kartoffeln, Tomaten, Zwiebel, Knoblauch, Lauch, Karfiol, Kohlrabi, Salate, Karotten, Rüben, Knollensellerie, Gurken, Bohnen, Erbsen, Kürbis, Paprika, Spargel sowie gefrorenes Gemüse wie Erbsen oder Spinat
  • Obst: frische Äpfel und Birnen, frisches Steinobst wie Marillen oder Kirschen
  • Getreide und Backwaren: Reis, Weizenmehl, Weizengrieß, Nudeln ohne Füllung, Brot und Gebäck (auch glutenfrei) sowie Speisesalz
Besonders auffällig ist: wer Fleisch und Fisch kauft, geht bei Bablers Liste leer aus.

Laut Babler betrifft die Steuersenkung rund ein Drittel des täglichen Einkaufs. Pro Haushalt sollen dadurch jährlich knapp 100 Euro eingespart werden, das sind etwa acht Euro pro Monat. Für viele klingt das nach wenig, vor allem angesichts weiter steigender Preise bei Energie, Wohnen und Fleisch.

Die Maßnahme kostet insgesamt rund 400 Millionen Euro, davon 200 Millionen noch in diesem Jahr. Finanziert werden soll sie überwiegend durch die Paket- und Plastiksteuer. "Ich bin sehr stolz auf das Paket", erklärte Babler, obwohl die SPÖ ursprünglich deutlich weitergehende Forderungen gestellt hatte.

Es gibt nicht nur Kritik an der Höhe der Entlastung, sondern auch an ihrer Ausrichtung. Während vegetarische Grundnahrungsmittel profitieren, bleiben klassische Alltagsprodukte vieler Haushalte außen vor. Die Steuersenkung wirkt somit weniger wie ein umfassender Schritt gegen die Teuerung, sondern eher wie ein gezielt geschnürtes Paket mit klaren Grenzen.

Statement von WITS.AT:

Das ist eine "wirklich tolle Ersparnis"! Das ist jetzt selbstverständlich sarkastisch gemeint! Du kommst bei dieser Liste keinesfalls auf Ersparnisse! Wir selbst gehen im Durchschnitt 1 - 2 mal pro Woche einkaufen. Wir haben uns jetzt die Mühe gemacht, die Abrechnungen seit Jänner (haben uns die Einkaufszettel aufgehoben) durchzukontrollieren und die "Ersparnisse" daraus herauszurechnen!

Das ergab:
  • 03. Jänner 2026: Rechnungsbetrag: € 48,75, Ersparnis: € 0,42
  • 09. Jänner 2026: Rechnungsbetrag: € 41,34, Ersparnis: € 0,26
  • 13. Jänner 2026: Rechnungsbetrag: € 14,12, Ersparnis: € 0,07
  • 16. Jänner 2026: Rechnungsbetrag: € 65,47, Ersparnis: € 0,24
Wie wir hier auf € 100,- jährlich kommen kann, ist uns schleierhaft! Bei jedem Einkauf werden vielleicht Milch & Butter sowie Brot dabei sein, was wahrscheinlich nahezu die einzigen "Abzugspunkte" sein werden. Man kauft nicht jedesmal Reis, Zwiebel oder Karotten.

Das ganze ist grundsätzlich lächerlich, abtreten - auf (Nimma-)Wiedersehen!