Comeback der AfD: Rückkehr zur Münchner Sicherheitskonferenz sorgt für Wirbel

29. Dezember 2025

Nach zwei Jahren in der politischen Isolation kehrt die AfD 2026 zurück auf die große Bühne der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC). Die Entscheidung, die Partei wieder einzuladen, sorgt für hitzige Diskussionen – und wirft Fragen auf.

Wie die Tagesschau berichtet, wurde die Einladung von Wolfgang Ischinger, dem neuen und alten Vorsitzenden der Konferenz, gemeinsam mit dem Stiftungsrat beschlossen. Ischinger, der die MSC bereits vor seinem Vorgänger Christoph Heusgen leitete, vollzieht damit einen klaren Kurswechsel. Unter Heusgen war die AfD 2024 und 2025 ausgeschlossen worden, nachdem Vertreter der Partei demonstrativ den Bundestag während einer Rede des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verlassen hatten. Heusgen erklärte damals: "Das ist das Gegenteil von Dialog".

Besonders in den USA hatte der Ausschluß der AfD für Unmut gesorgt. US-Vizepräsident J.D. Vance kritisierte bei der letzten Konferenz scharf die "Brandmauern" gegen die AfD und warf Europa vor, die Demokratie zu gefährden. Laut BR traf sich Vance demonstrativ mit AfD-Chefin Alice Weidel, während ein Gespräch mit Kanzler Olaf Scholz nicht zustande kam.

Die Entscheidung, die AfD wieder einzuladen, stößt nicht überall auf Zustimmung. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann warnte vor den "Sicherheitsrisiken", die durch die Kontakte der AfD nach Russland und China entstehen könnten. "Dort fließt auch Information", so Hoffmann gegenüber der Zeit. Auch die jüngste USA-Reise von AfD-Politikern, bei der sie sich mit Vertretern des Trump-Lagers trafen, wurde scharf kritisiert.

Ob Alice Weidel selbst an der Konferenz teilnehmen wird, bleibt unklar. Wie der Spiegel berichtet, ist der Einladungsprozeß noch nicht abgeschlossen. Die MSC behält sich vor, weitere Politiker aus dem In- und Ausland einzuladen.

Die Rückkehr der AfD zur Münchner Sicherheitskonferenz markiert einen Wendepunkt. Während Befürworter wie Ischinger auf den Dialog setzen, sehen Kritiker darin eine gefährliche Normalisierung. Die Konferenz, die vom 13. bis 15. Februar 2026 im Hotel Bayerischer Hof stattfindet, verspricht jedenfalls eines: politische Spannung auf höchstem Niveau.