Tausende Klagen gegen ARD und ZDF: Rechtliche Schritte gegen den Rundfunkbeitrag
28. Dezember 2025
In Deutschland kommt es derzeit zu einer deutlich gestiegenen Anzahl von Klagen gegen den Rundfunkbeitrag. Viele Beitragszahler wenden sich mit dem Vorwurf der politischen Einseitigkeit und unzureichenden Programmqualität an die Gerichte. Die Vielzahl der Verfahren sorgt für eine erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber dem deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunksystem.
Laut Informationen des Portals Apollo News sind für die Klagewelle vor allem Initiativen wie "Beitragsstopper" und der "Bund der Rundfunkbeitragszahler" verantwortlich. Zu den bekannten Akteuren zählen unter anderem der Unternehmer Jimmy Gerum und der Jurist Carlos A. Gebauer. Über diese Initiativen werden standardisierte Klageschriften bereitgestellt, die Kläger nutzen können.
Beim Bayerischen Rundfunk sind seit Mitte 2024 etwa 1680 Klagen eingegangen, wie Apollo News berichtet. Der Westdeutsche Rundfunk verzeichnet demnach vergleichbare Zahlen. Viele der Klagen basieren auf umfangreichen Schriftsätzen, die Plattformen gegen Gebühr zur Verfügung stellen.
Bislang wurden die meisten Klagen abgewiesen. Ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 15. Oktober 2025 stellt jedoch einen Einschnitt dar. Das Gericht entschied, daß der öffentlich-rechtliche Rundfunk an qualitative Mindeststandards gebunden ist. Bei systematischer Mißachtung dieser Standards ist der Weg vor Gericht grundsätzlich eröffnet.
Dieses Grundsatzurteil führte laut Apollo News zu einem Anstieg der Anfragen bei dafür spezialisierten Juristen. Die rechtlichen Hürden für die Kläger bleiben jedoch hoch, da unter anderem nachgewiesen werden muß, daß das Gesamtprogramm des öffentlich-rechtlichen Rundfunks über einen längeren Zeitraum erhebliche Mängel aufwies. Im Raum steht, die Kosten für ein umfassendes Gutachten gemeinsam zu finanzieren, um entsprechende Belege vorlegen zu können.
Laut Aussage von Initiator Jimmy Gerum gegenüber Apollo News wird die Thematik der Ausgewogenheit in der Berichterstattung inzwischen verstärkt von Gerichten geprüft. Dies führe dazu, daß die Verantwortlichen bei den Rundfunkanstalten sensibler mit dem Thema umgehen.
Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Die Verfahren verdeutlichen jedoch, daß es innerhalb der Bevölkerung weiterhin Kritik und einen Diskurs über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und dessen Finanzierung gibt. Ein abschließendes Urteil mit weitreichenden Folgen steht bisher noch aus.